Montierte Lüftungskanäle im KSB-Neubau.

Guck mal, wer da baut: Grosse Lüftung für mehr Frische

Sie sorgen für frische Luft: Die Lippuner EMT AG ist im KSB-Neubau für die Installation des Lüftungssystems verantwortlich. Projektleiter Jeremias Meier über den Arbeitsalltag und die Herausforderungen, die der Auftrag mit sich bringt.

Sich im Spital optimal von einer Krankheit oder einer Verletzung zu erholen, hängt von vielen Faktoren ab. Lassen wir die medizinischen Aspekte aussen vor, landen wir beim Begriff «Healing Architecture», über den wir in diesem Blog bereits mehrfach geschrieben haben. Das Grundprinzip in Kürze: Blick ins Grüne, beruhigende Farben und Formen sowie optimale Raumhöhen und viel Tageslicht können den Genesungsprozess positiv beeinflussen. Ein weiterer Faktor, der innerhalb des Spitalkomforts eine wesentliche Rolle spielt, ist jener der frischen Luft. «Niemand will sich in muffigen und schlecht durchlüfteten Räumen aufhalten», sagt Jeremias Meier. «Egal, ob im Spital oder anderswo.» Meier ist Projektleiter Lüftung bei der Lippuner Energie- und Metallbautechnik AG aus dem sankt-gallischen Grabs.

Jeremias Meier, Lippuner EMT AG, mit Bauhelm bei der Montagekontrolle Lüftung im KSB-Neubau.

Für Frischluft zuständig: Jeremias Meier und sein Team installieren das Lüftungssystem im KSB-Neubau.

Der Auftrag: Zentrale, Verteilung, Lufteinführung

Die Firma Lippuner AG ist im KSB-Neubau für die Montage des Lüftungssystems zuständig. Die Planung der Anlagen obliegt der Amstein + Walthert AG. «In meiner Funktion bin ich die Schnittstelle zur Planung», sagt Jeremias Meier. «Meine Aufgabe ist es, die Ausführung zu organisieren, Material zu bestellen und Vorleistungen zu kontrollieren.» Das alles selbstverständlich exakt nach digitalem 3D-Modell.

Jeremias Meier, Lippuner EMT AG, arbeitet mit 3D-Modell am Computer.

Digitale Planung: Sämtliche Ausführungsdaten sind digital erfasst.

Die Arbeit von Meier und seinem Team beinhaltet den Aufbau mehrerer Lüftungszentralen im 1. UG sowie im 3. OG. Dazu kommt die Installation sämtlicher Lüftungskanäle und des Rohrsystems. Stark vereinfacht, funktioniert das Lüftungssystem folgendermassen: Rund ums neue KSB hat es etwa fünfzehn Ansaugpunkte für Frischluft aus der Umgebung. Die Luft gelangt beispielsweise durch bestimmte Gitter in der Fassade ins Innere des Gebäudes, in eine der vierzehn Lüftungszentralen im 1. UG oder im 3. OG. Dort kommt sie zur Aufbereitung und Filtrierung in den Monoblock, also ins Lüftungsgerät. Anschliessend wird sie im Kanalnetz in die einzelnen Stockwerke und Räume hinein- und wieder herausgeführt. Danach geht’s in die Wärmerückgewinnung. «Die Frischluftzufuhr braucht viel Energie», sagt Jeremias Meier. «Bei der Rückgewinnung holen wir bis zu 90 Prozent der Energie, die wir für die Temperierung der Aussenluft benötigen, wieder retour.» Ist dieser Prozessschritt abgeschlossen, wird die Luft übers Dach wieder in die Atmosphäre geblasen. Stündlich zirkulieren so künftig rund 540’000 m³ Luft durchs ganze System. Das entspricht dem Volumen von über hundert Heissluftballons.

Im Endausbau sind alle Räume laufend mit klimatisierter oder teilklimatisierter Frischluft versorgt. Dabei gibt es je nach Raum verschiedene Standards zu beachten. «In medizinisch genutzten Räumen hat es teilweise Anlagen, die eine höhere Luftreinheit erfordern», sagt Meier. «Hier kommen spezielle Filterstufen in den Lüftungen zum Einsatz, um die Anforderungen zu erfüllen.» Weiter gibt es Räume wie Labors oder die Grossküche, deren Abluft aggressive Dämpfe oder starke Gerüche enthalten. Auch da kommt spezielles Material zum Zug. «Normalerweise verbauen wir Kanäle und Rohre aus verzinktem Stahlblech. Bei aggressiver Abluft verwenden wir robustere Materialien wie Kunststoff oder Chromstahl.»

Das Material: Kanäle und Rohre

Herzstück des Lüftungssystems bilden die gesamthaft vierzehn Lüftungszentralen. Das sind unterschiedlich grosse Räume, die dereinst mit jeweils mehreren Luftaufbereitungsanlagen bestückt werden. «Diese Geräte bauen wir in einem weiteren Schritt ein», sagt Jeremias Meier. Die Mitarbeitenden der Lippuner EMT AG kümmern sich vorerst hauptsächlich um die Kanal- und Rohrverteilung. Hauptmaterial ist verzinktes Stahlblech mit einer Stärke zwischen 0,7 und 1,1 mm. Teile des Systems bestehen aus den bereits genannten Gründen aus Chromstahl oder Kunststoff. In jedem Raum wird im Endausbau ein Lüftungsauslass installiert sein, der die Luft hinein- oder herausführt. Auf dem Dach stehen sechs Monoblöcke für die Fortluft der Gastronomie.

Die Herausforderungen: Koordination und Brandschutz

«Die Koordination der Arbeit und des Materials ist schon herausfordernd», sagt Jeremias Meier. Zumal jedes Gewerk auf saubere Arbeit des Vorleisters und die Freigabe einer entsprechenden Arbeitsetappe durch die Bauleitung angewiesen ist. «Fehlen Vorleistungen, bist du mit deinem Material blockiert, und dein Prozess gerät durcheinander.» Um diese Schwankungen im Griff zu haben, greift Meier auf ein altbewährtes Mittel zurück: Post-it auf einer 6-Wochen-Vorschau. «Einerseits arbeiten wir stark digitalisiert mit dem 3D-Modell des Lüftungsplaners. Andererseits setzen wir mit den Post-it auf etwas Greifbares.» Was man mit den Händen greife, erlebe man anders und speichere man anders ab. Jeden Dienstag prüfen die Mitarbeitenden die erledigten Arbeiten der vergangenen Woche, ergänzen eine neue Woche und machen allfällige Anpassungen. Eine weitere Herausforderung ist der Brandschutz. Bei einem Brand dürfen sich Rauch und Feuer keinesfalls über die Lüftung oder die Klimaanlage weiterverbreiten. Entsprechend hoch sind die Anforderungen, die es diesbezüglich zu erfüllen gilt.

Jeremias Meier und Mitarbeiter der Lippuner AG am Planen mit Post-it.

Genau geplant: Nebst hochdigitalisierten Arbeitsinstrumenten greift die Lippuner EMT AG auch auf analoge Arbeitsweisen mit Post-it zurück.

Das Team: Bestellung und Installation

Die Lippuner EMT AG ist seit August 2021 auf der KSB-Baustelle. Gesamthaft sind bis zu dreissig Leute involviert. Vier bis fünf Mitarbeitende kümmern sich um die laufende Materialbestellung, der Rest ist mit der Installation des Lüftungssystems beschäftigt.

Menschen auf der KSB-Baustelle

Hinter jedem Bau stecken viele Menschen. Wir stellen Ihnen immer wieder Köpfe und Gewerke vor, die den KSB-Neubau ausmachen.

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